Oberbarnimer Feldsteinroute Märkische Schweiz
Legende
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Geschenke der Erdgeschichte

Geologische AnmerkungDie Oberbarnimer Feldsteinroute berührt Dörfer, die ausnahmslos auf der eiszeitlichen Grundmoräne liegen. Die Grundmoräne entstand aus den Gesteinsinhalten des abschmelzenden Inlandeises der Weichseleiszeit und den am Grund der Eiskappe liegenden Gesteinen. Die weit auf den Acker- und Waldflächen verbreiteten Geschiebe wurden von den Bauern zusammengetragen und an den jeweiligen Baustellen deponiert. Sie dienten für profane und kirchliche Bauten, für die Befestigung von Feldwegen und später für den Bau von Straßen. Die farbigen Mineralien (vorwiegend Feldspate, Quarze, Glimmer) der Gesteine sind die Ursache für die Vielfarbigkeit der Feldsteinbauten. Die Erbauer nutzten diese Eigenart gezielt als natürliches Schmuckelement. So ist der Feldstein besonders in den Grundmoränengebieten zu einem markanten Baustoff geworden. Die verschiedenen Facetten der Technologie, Bauweise, Nutzung und Gestaltung mit Feldsteinen können an dieser Route exemplarisch erlebt und erkundet werden.

Klosterdorf DorfangerKirche KlosterdorfFeldsteine KunstFeldsteinmauer

Bollersdorf, Pritzhagen, Grunow, Ernsthof, Ihlow und Klosterdorf auf der Barnimhöhe sind typische Angerdörfer, in denen man die ursprünglichen Strukturen der bäuerlichen Wirtschafts- und Lebensweise nachspüren kann. Gebaut wurde mit dem, was die Natur in Fülle bot, den Feldsteinen. Mühevoll wurden sie jahraus, jahrein von den Feldern „gelesen“ und zur Dorfmitte gebracht, wo sie die Steinschläger spalteten. Wir stehen heute staunend vor den kunstvoll gefügten Mauern der alten Kirchen, Bauernhäuser, Scheunen und Ställe.

Um 1800 ließ die Gutsbesitzerin Frau von Friedland die kahlen Hügel zwischen Bollersdorf und Pritzhagen aufforsten und schuf damit jene Partien, die bis zum heutigen Tag ein Beispiel geben für naturnahen Waldbau im Einklang von Nutzen und Schönheit. Theodor Fontane wanderte über den Poetensteig, durch die Silberkehle und das Elysium und ließ sich zu Lobpreisungen auf die kleine Märkische Schweiz hinreißen. Heute wie damals führen die gut markierten Wege durch bezaubernde Mischwälder und wildromantische Schluchten zu jenen, bereits vor 100 Jahren viel gerühmten Aussichtspunkten: dem Dachsberg zum Beispiel oder dem Krugberg, von dem sich ein weiter Blick bis ins Oderbruch eröffnet. Nicht nur zu Fuß, auch hoch zu Ross lässt sich der Oberbarnim erkunden.

Die Abgeschiedenheit und Romantik der dörflichen Idylle hat bis heute nichts an Reiz verloren. Man kommt gern aus der Stadt aufs Land, kauft gesundes Brot, genießt frischgebackenen Kuchen, lauscht einem Konzert in der Dorfkirche oder besucht Künstlerateliers in alten Bauernhäusern. Die ÖkoleA Klosterdorf oder das Künstlerdorf Ihlow haben ganzjährig attraktive Angebote. Auch der rasende Reporter Egon Erwin Kisch wusste „Ruhe, Berg und See“ zu schätzen, als er 1927 in einer kleinen Pension am Bollersdorfer Ufer des Schermützelsees an mehreren Büchern schrieb. Heute kann man an gleicher Stelle im Hotel „Johst am See“ die Verzückungen des berühmten Schriftstellers nachempfinden.


Flyer downloaden

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Hier können Sie den Flyer zur Feldsteinroute als PDF downloaden.

Er enthält die Gesamtroute der Karte, einen Auszug der Gastgeber entlang der Strecke, sowie interessante Fakten.


Die „Oberbarnimer Feldsteinroute“ ist ein Projekt der Gemeinde Oberbarnim, vertreten durch das Amt Märkische Schweiz. Das Vorhaben wurde realisiert mit Unterstützung der LAG Märkische Seen, der AFG Märkische Schweiz und mit den Fachberatern Klaus Stieger (historischer Teil) und Dr. Harro Hess (†) (geologischer Teil). Die Finanzierung erfolgte zu großen Teilen mit Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ILE) und LEADER, des Bundes und des Landes Brandenburg.

Logos der Projektförderer